Gegenwartsbezogen und ausgesprochen kurzweilig
Krelingen (bei Walsrode), 14.6.2009 – selk – Mit dem gekonnt musizierten festlichen “Einzug” des zeitgenössischen Komponisten Traugott Fünfgeld (* 1971) wurde am Vormittag das Posaunenfest des Sprengels Nord der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Krelingen (bei Walsrode) eröffnet. Die Vormittagsveranstaltung fand ihren Abschluss in dem strahlenden Finale “Komm Gott Schöpfer”, komponiert und bearbeitet von Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Georg Philipp Telemann (1681-1767). Der Gesamtchor der rund 300 Bläserinnen und Bläser unter Leitung von Wolfgang Knake (Lage) rahmte damit einen liturgisch umsichtig geplanten und kirchenmusikalisch sorgfältig vorbereiteten Gottesdienst, der durch die Mitwirkung der Kantorei “Capella Nova” aus dem Kirchenbezirk Niedersachsen-Süd der SELK eine zusätzliche kirchenmusikalische Bereicherung erfuhr. Die “Capella” gestaltete Teile der Liturgie und antwortete auf die Predigt zum Stichwort “Liebe” überzeugend mit dem “Ubi caritas” (Wo Güte und Liebe ist, da ist Gott.”) des zeitgenössischen Komponisten Rihards Cubra (* 1964), einer überaus hörenswerten Anleihe aus der lettischen Kirchenmusik.
In seiner Predigt thematisierte Pastor Dr. Peter Söllner (Celle) das Stichwort “Liebe” und entfaltete in gegenwartsbezogener und ausgesprochen kurzweiliger Art Aspekte der Liebe Gottes wie auch der Liebe unter Menschen. Dabei wehrte er einerseits ein oberflächliches Verständnis des “lieben Gottes” nach Art der “Hundebesitzerbeschwichtigungen” – “Der tut nichts! Der tut nichts! Der ist ganz lieb!” – ab und setzte dagegen, dass Gott Menschen mitunter durchaus “heilsam aus der Bahn werfen” und gegen die vielerlei Ungerechtigkeiten in der Welt helfen könne. Gottes Liebe entspringe seinem eigenen Willen, nicht “Single” zu bleiben, sondern sich der Menschen rettend und helfend anzunehmen. Diese Liebe zeige sich zugespitzt darin, dass Gott seinen Sohn Jesus Christus zur Versöhnung zu den Menschen geschickt hat, um lebenswertes Leben im Horizont Gottes zu ermöglichen. Das Erkennen solcher Liebe leite an zu eigener Versöhnungsbereitschaft und Liebe, wie der promovierte Theologe im Blick auf die Liebe zwischen Ehepartnern und – dem Anlass angemessen – der Liebe zur Musik konkretisierte.
Neben der facettenreichen Ausgestaltung der Gemeindechoräle durch die Bläserinnen und Bläser erlebten die zahlreichen Gäste in der gut besetzten Glaubenshalle des Geistlichen Rüstzentrums mit der Darbietung der “Telemann-Suite” – Air, Tranquillo und Con spirito – von Georg Philipp Telemann einen besonderen musikalischen Höhepunkt. Dass zu dem der SELK geschenkten kirchenmusikalischen Reichtum nicht nur die hohe Qualität des Musizierens, sondern auch das kompositorische Schaffen gehört, wurde im Programm daran deutlich, dass sich unter den Werkangaben die Namen von Kirchenmusikern aus den Reihen der SELK fanden: Otto Kaufmann (* 1927), Hermann Otto (* 1934) und Carsten Krüger (* 1978). Letzterer war als Dirigent der Capella Nova und des Teilchores mit Bläserinnen und Bläsern aus dem Kirchenbezirk Niedersachsen-Süd auch aktiv an der Gestaltung des Gottesdienstes beteiligt.
Im Rahmen der Abkündigungen verabschiedete Propst Johannes Rehr (Bad Essen-Rabber) den ausscheidenden Vorsitzenden des Kirchenmusikalischen Arbeitskreises im Sprengel Nord, Pfarrer a.D. Marc Struckmann (Soltau), und würdigte dessen sechsjährigen Tätigkeit im Vorsitz des Gremiums, wozu unter anderem auch vielfältige Vorbereitungen der Sprengelmusikfeste gehörte hätten, positiv und dankbar. Struckmanns Nachfolger ist Pfarrer Wolfgang Schmidt (Hamburg).
Am Nachmittag wurde das Sprengelposaunenfest mit einer Geistlichen Musik fortgesetzt und abgerundet.
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Sponsor stiftet 50 Mundstücke
Krelingen (bei Walsrode), 14.6.2009 – selk – In der Glaubenshalle des Geistlichen Rüstzentrums in Krelingen (http://www.grz-krelingen.de) fand am heutigen Sonntag das Posaunenfest des Sprengels Nord der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) statt. Nach dem festlichen Gottesdienst am Vormittag (selk_news berichtete) fand die Veranstaltung mit der Geistlichen Musik am Nachmittag ihren Abschluss.
Nachdem am Vormittag der bisherige Vorsitzende des Kirchenmusikalischen Arbeitskreises im Sprengel Nord der SELK, Pfarrer a.D. Marc Struckmann (Soltau) verabschiedet worden war, übernahm dessen Nachfolger, Pfarrer Wolfgang Schmidt (Hamburg), mit der Nachmittagsfeier direkt den Staffelstab und stellte sich in der Begrüßung als neuer Vorsitzender vor. Pastor Martin Westerheide, der Leiter des Geistlichen Rüstzentrums, wandte sich in einem Grußwort an die Festgemeinde und meinte mit Bezug auf die alttestamentliche Geschichte, in der mit Posaunenklängen um Jericho ziehende Priester den Fall der Stadtmauer bewirken, augenzwinkernd, er sei froh, dass die Bläserinnen und Bläser nicht um die Glaubenshalle herumziehen, sondern in ihr musizieren würden.
Als Gesamtchor und in Teilgruppen nach Kirchenbezirken musizierten die rund 300 Bläserinnen und Bläser ein anspruchsvolles – überwiegend zeitgenössisches – Instrumentalprogramm und gestalteten verschiedene Gemeindelieder musikalisch aus. Neben Wolfgang Knake (Lage) in der Gesamtleitung und in der Leitung der im Kirchenbezirk Niedersachsen-Süd beheimateten Lutherischen Bläsergruppe waren als Leiter der Teilgruppen Carsten Möller (Hohenzethen | Niedersachsen-Ost), Wilhelm Ebeling (Jaderberg | Niedersachsen-West) und Carsten Krüger (Bremen | Niedersachsen-Süd) beteiligt.
Die Worte zum Thema sprach Pfarrer Johannes Schröter (Kiel) und entfaltete in drei Beiträgen den Dreiklang des Nachmittagsmottos “Christus – Quelle, Brot und Licht”. Dabei betonte er die Einzigartigkeit der Quelle “Christus”, die auf Ewigkeit hin angelegt sei, hob zum Brotwort die sich von Anfang der Schöpfung an zeigende versorgende Art Gottes hervor, die sich im sakramentalen Brot des Abendmahls verdichte, und stellte der Erfahrung von Finsternis Christus als das Licht gegenüber, das Leben ermögliche, im persönlichen Leben ebenso wie im kirchlich-gemeindlichen.
Die Teilgruppen der drei Kirchenbezirke griffen die drei Motive des Themas auf und gestalteten jeweils einen Block mit Instrumentalstücken, zunächst die Gruppe Niedersachsen-Süd mit rhythmisch sehr anspruchsvollen Werken zum Motiv der Quelle. Es folgte die Gruppe Niedersachsen-Ost, die gerahmt von einer Intrade von Johann Hermann Schein (1586-1630) und der Choralfantasie “Lobet den Herren, allen die ihn ehren” von Markus Leidenberger (* 1958) einzelne Strophen aus drei Christuschorälen interpretierte. Die Gruppe Niedersachsen-West begann mit dem bekannten Voluntary von John Stanley (1713-1786) und schloss mit dem gospelmäßigen Praise-Medley “Jesus, dein Licht” von Hans-Joachim Eißler (* 1972).
Nachdem am Vormittag Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der St. Michaelis-Gemeinde Kalletal-Talle für den Kindergottesdienst gesorgt hatten, war dafür am Nachmittag ein Team der Dreieinigkeitsgemeinde Bad Essen-Rabber verantwortlich. Deren Gemeindepfarrer, Propst Johannes Rehr, hatte im Vorfeld die Firma Musik Produktiv (Ibbenbüren | http://www.musik-produktiv.de) als Sponsor gewonnen und für den Einsatz im Kindergottesdienst des Sprengelfestes 50 Mundstücke für Blechblasinstrumente erhalten. Diese Grundausstattung ließ aus dem Kindergottesdienst ein kleines Kinder-Posaunenfest werden, das am Ende gar zu einer Darbietung führte: Nach der Nachmittagsveranstaltung wurden die Erwachsenen vor der Halle von singenden und musizierenden Kindern mit dem Choralmotiv “Ein feste Burg ist unser Gott” empfangen.
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Berichte von selk_news