Bericht vom Bläserkonzert in Hannover

Musik im Stil der alten Meister
SELK: Gelungenes Konzert in der Bethlehemskirche Hannover

Hannover, 21.11.2011 – selk – Mit der überzeugenden Darbietung von Giovanni Gabrielis Canzon Septimi a 8 für zwei Bläserchöre nahm am gestrigen Abend eine „Bläsermusik zum Ewigkeitssonntag“ der Blechbläserinnen und Blechbläser der Bethlehemsgemeinde Hannover der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) einen strahlend-konzertanten Auftakt. Sofort wurde deutlich, dass die kirchenjahreszeitliche Prägung nicht durch getragen-melancholische Musik zur Geltung kommen sollte, sondern durch verheißungsvoll-mitreißende Werke: „Ewigkeitssonntag“ eben, nicht „Totensonntag“! Dass es aber zum Jubel ein Weg ist, wurde erlebbar in den in wechselnden Besetzungen vorgetragenen „Variationen über ein Thema von Edvard Grieg“ des zeitgenössischen Komponisten Volker Gwinner, die zunächst verhalten daherkommen, um sich am Ende aufzulösen in Jubeltrompeten.

In wechselnden Besetzungen agierten die im Programm namentlich aufgeführten 15 Musikerinnen und Musiker überhaupt, mal doppel-, dann sogar dreichörig von verschiedenen Plätzen der Bethlehemskirche aus, dann wieder vereint oder bei dem beschwingten Johann-Pezelius-Werk „Fünfstimmige blasende Musik“ als Quintett aus ihrer Mitte.

Der bekannte Choral „Nun danket alle Gott“ erschloss sich den Zuhörenden in der Bearbeitung von Sigfrid Karg-Elert als Pomposo e con brio für Bläser und Orgel, editiert und arrangiert von Wesley A. Day und gekonnt-kraftvoll zum Klingen gebracht, neu. Thomas Müller an der Orgel ließ die stakkatisch-spielerische Toccata in F-Dur aus der 5. Symphonie pour Orgue von Charles-Marie Wido als musikalisches Feuerwerk folgen.

Die Einbeziehung der Zuhörerschaft erfolgte nicht durch isolierte Liedeinheiten, sondern verwoben mit dem Konzertganzen: Sorgsam ausgesuchte Strophen aus vier Chorälen mit hochwertigen Vorspielen eingeleitet oder gar als Choralkantate gestaltet – das Hauptlied des Ewigkeitssonntags „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ in einer Bearbeitung von Friedrich Zipp – fügten sich überzeugend in das Programm ein.

Wolfgang Fleischer, bei dem die Gesamtleitung dieser rundum gelungenen „Musik im Stil der alten Meister“ lag, gab in drei kurzweiligen Wortbeiträgen ausgewählte Informationen zu einzelnen Komponisten und Hörhilfen zu einzelnen Arrangements. Der Abend mündete in zwei Gemeindestrophen aus dem Abendchoral „Mein schönste Zier und Kleinod bist / auf Erden du, Herr Jesu Christ“, ehe nach einer kurzen Verweildauer lang anhaltender Beifall aufkam. Mit zwei Strophen des Abendliedes „Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet“ in der Vertonung von Johann Sebastian Bach verabschiedete der Gesamtchor die zahlreich erschienenen Besucherinnen und Besucher.
——————–
Ein Bericht von selk_news